Marokko-Enduro-Tour August 2009
Tagebucheintrag
Marokko 2. Teil
Nachdem ich nun von Marokko infiziert war wollte ich es mir nochmal richtig anschauen, eintauchen, Zeit lassen.
Ich hatte mir Sorgen um die Navigation gemacht – völlig unnötig. Sobald man hält und über der Karte grübelt steht da ein lächelnder Marokkaner und hilft. Am Ende halten manche natürlich die Hand auf und freuen sich über eine Zigarette. Ein Navi hatte ich nicht und habe mich quasi nie verfahren. Die Karte hat ausgereicht.
Unterwegs war ich bei dieser Tour v.a. im Atlas. Die Temperaturen waren dort auch im August ok. In der Ebene und im Norden ging es bis 42°, da brauchte ich öfters mal eine Pause im kühlen Cafè.

Da ich absoluter Berge-Fan bin waren die Pisten natürlich für mich perfekt. Die DRZ fährt sich superleicht, das Gepäck war kaum zu merken. Sie hoppelt unter mir über die gröbsten Wackersteine, aber kippt nicht und reagiert ganz gutmütig. Bei dieser Tour konnte ich nun viele Pisten auf eigene Faust erkunden, bleiben, wenn es schön war und mich treiben lassen. Manches aus der Wintertour bin ich nochmal gefahren und war überrascht, was ich alles nicht gesehen hatte weil ich nur auf’s Fahren konzentriert war. Gut, dass ich nochmal da war! 2 Täler haben es mir besonders angetan. Palmen, gut zu fahrende Pisten in tief eingeschnitten Canyons, nette Cafès und ein besonderer Blick über das schon beschriebene tiefe Palmental. Cafèpausen nutzte ich immer, um mich mit Einheimischen zu unterhalten. Netten Kontakt bekommt man schnell, die Gespräche gingen bald über das Woher-Wohin hinaus. Besonders schön war ein wilder Camp-Platz an einem See wo ich eine Nacht verbrachte und mich lange mit den anderen Campern unterhielt. Hier machten moderne Marokkaner Urlaub: offen, gut französisch oder englisch sprechend, sehr interessiert an Europa, an unserer Lebensweise und an Fortschritten im eigenen Land. Sie surfen im Netz, haben alle Handys, fahren moderne Autos, studieren und planen ein modernes gleichberechtigtes Familienleben.

Völlig anders das Leben in den abgelegenen Dörfern hoch im Atlas. Die Berber sind extrem freundlich, leben traditionell, mit den Frauen kam ich nur langsam in Kontakt. Hier transportieren Esel alle Waren, die Hütte sind aus Lehm oder Steinen geschichtet, der Brunnen oder der Bach sorgt für Wasser und die Tajine wird auf der Holzkohle gekocht. Die Unterkünfte / Kasbahs in den Bergen waren einfach bis kreativ gestaltet, immer sauber und erholsam. Highlights waren die Strecken in den großen Schluchten Dades und Todra, die Abwege rund um Imichil, die einsamen Pisten und Dörfer / Marktflecken im Antiatlas und am Toubkal und natürlich die Königsstädte Marrakesch und Fes.

Dort hatte ich jeweils Führer gebucht, um mehr zu sehen und zu erfahren. Mit beiden hatte ich Glück, sie hielten sich an Abmachungen und führten in Gassen, in die ich alleine nie gegangen wäre. Wir kamen in verschiedenen Werkstätten ins Gespräch, besuchten eine Koranschule und bekamen die Herstellung von Leder, Gravuren, Kräutermischungen und natürlich Teppichen erklärt. Kaufen musste ich trotzdem nichts. Im Gegenteil, die Führer waren bekannt und die Händler ließen mich ziemlich in Ruhe. Gewohnt habe ich mitten im Zentrum von Marrakesch am El-Fna in einem abgefahrenen weil fast verfallen Hotel. Geblieben bin ich nach der Besichtigung der katastrophalen Zimmer wegen der netten Jungs, die das Hotel führten. Abende im Flur, Einblicke in das Leben der Jugendlichen waren spannend und wichtiger als ein perfektes Zimmer. Das Moped parkte sicher in der gefließten Lobby ![]()

Von den Kasbahs gab es tolle Blicke über Palmenhaine. Die schönste Kasbah war das Dar Daif in Quarzazate. Geführt von einem Franzosen, sehr gut gepflegt und mit einem wunderbar kühlen Swimmingpool. Hier hätte ich 50 Fotos einfügen können – die Gestaltung des Hauses war überwältigend.
Und hier geht es weiter.
Viel Spaß!
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Biki
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Neid auch diesmal, echt der Wahnsinn. Und was mache ich…hocke im Büro, puh
War ein ganz normaler Urlaub – kann quasi jeder machen